Dienstag, 31. August 2010

Von Tieren lernen

Die Brand eins hat eine ganze Ausgabe dem Thema "Tierisch" gewidmet. Unter anderem geht es dabei natürlich auch wieder um die Frage, was wir von den Tieren lernen können. Ich habe mich schon mal darüber ausgelassen, was man uns alles als "Lernmodell" unter die Nase reibt. Überhaupt: Warum sollten ausgerechnet Tiere die besseren Menschen sein?


Und dann fällt mein Blick auf unseren Hund Ronja. "Eine Seele von Mensch", wie kürzlich eine Bekannte sagte. In der Tat, von diesem Tier würde ich mir gerne eine Scheibe abschneiden. Die unfassbare Gelassenheit. Die klaren Botschaften, wenn sie sich ihre Streicheleinheiten abholt oder mal kurz in den Garten möchte. Die Fähigkeit, der Welt ihren Lauf zu lassen und ganz entspannt im Hier und Jetzt zu leben. Sie regt sich nicht auf, wenn mal wieder etwas nicht nach ihrer Nase läuft. Sie freut sich, wenn sie mich sieht, ohne mich mit unwichtigen Botschaften zu überfrachten. Sie kann die Sonne genießen und hat aber auch kein Problem damit, wenn sie mal nicht scheint. Sie tobt herum, wälzt sich vor Wonne im Sand und auf Wiesen und freut sich einfach, dass sie lebendig ist. Sie hat unendliches Vertrauen und lässt sich geduldig von uns hin- und herrollen, am Bauch kraulen und sogar unseren Kopf auf ihrem weichen Fell lagern.

Okay, ich muss nicht unbedingt so verfressen sein wie sie und bei jedem Knistern von Papier aufspringen. Ich bin auch froh, dass ich nicht im Angesicht anderer Menschen (Hunde) zur Salzsäure erstarre. Und in stinkendem Fisch möchte ich mich auch nicht wälzen.
Aber wer sagt, dass wir alles von unseren Vorbildern übernehmen müssen? Ich glaube, ich werde in Zukunft gnädiger sein mit Artikeln zum Thema "Was wir lernen können von..." Zumindest, wenn es sich um Tiere handelt.

Kommentare:

Dagmar Wiegel hat gesagt…

Hallo Johannes,

mich würde interessieren ob es tatsächlich in der Gehirnstruktur bspw. deines Hundes sowas wie "Gedächtnis", differenziertes emotionales Verhalten (und wenn ja wie differenziert?) und anderes in der Form wie bei Menschen gibt, angelegt und entsprechend abrufbar ist. Also ob überhaupt rein biologisch ein Vergleich zulässig ist. Wie bei Menschen, beneide ich manchmal Lebewesen die schlicht einfacher gestrickt sind. Die haben`s manchmal einfach leichter - rein von außen betrachtet natürlich. Wer weiss schon welches Leid sich in einem Hund verbirgt ? :-)

Gruß, Dagmar

Anonym hat gesagt…

Wenn ich regelmäßig und verlässlich (Sc)Happi, Auslauf und Kuschel bekomme, einfach dafür, dass ich da bin, und ansonsten weitestgehend mit lästigen Pflichten in Ruhe gelassen werde (gut, mal bellen, wenn Fremde an der Tür stehen ... oder Stöckchen holen zum gegenseitigen Entzücken) bin ich auch gelassen, zufrieden und freundlich zu den Spendern ...

Johannes hat gesagt…

Hallo Anonym,

das ist in der Tat wahr. So gut möchte ich es auch manchmal haben. :-)
Johannes Thönneßen