Dienstag, 23. März 2010

Wie wäre es eigentlich, wenn...

... Führungskräfte so führten, wie sie selbst geführt werden möchten? (denke ich, wenn sich Führungskräfte darüber beschweren, wie ihr Chef mit ihnen umgeht)

... Ärzte ihren eigenen Gesundheitstipps folgten? (denke ich jedesmal, wenn ich einem Arzt begegne, der raucht)

... Berater die Systeme, die sie ihren Klienten empfehlen, im eigenen Beratungsunternehmen einsetzten? (Habe ich tatsächlich mal einen Berater gefragt, der darob sehr verdutzt war)

... Gesundheitsexperten den eigenen Mitarbeitern rieten, in den Pausen Sport zu treiben oder häufiger kurze Pausen einzulegen? (Eine Frage, die ich gar nicht stellen musste, als mir ein Mitarbeiter erzählte, dass man im eigenen Haus solches Tun sehr merkwürdig findet)

... Lehrer ihre Schüler so unterrichteten, wie ihre eigenen Kinder unterrichtet werden möchten? (Ich unterstelle mal, dass auch die Kinder von Lehrern Schulunterricht in der Regel als quälend erleben)

... Banker ihren Kunden nur zu den Investments rieten, die sie auch selbst tätigen? (Okay, das ist wohl wirklich ein frommer Wunsch)

Nie werde ich die Ärztin vergessen, die wir vor der Behandlung unserer damals noch sehr jungen Tochter mit der Frage konfrontierten: "Würden Sie die Untersuchung, die Sie uns gerade empfehlen, auch bei ihrer einjährigen Tochter ansetzen?" Sie zögerte nur kurz und schüttelte dann den Kopf.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, oder? Weitere Beispiele sind willkommen...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wer anderen versucht etwas aufzuschwatzen, was er selbst nicht als vorteilhaft empfindet, ist in meinen Augen nicht besser als ein Betrüger im juristischen Sinne.

§ 263
Betrug

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Christiane Windhausen hat gesagt…

Es ist erschreckend, wie weit die Ratschläge unserer Spezialisten von ihrem eigenen Leben entfernt sind... Gut, dass immer mehr Menschen damit angefangen haben, ihren Spezialisten Fragen zu stellen, die sie verduzen...