Montag, 15. März 2010

Die Azubi-Filiale

Der Beitrag stand nicht im Bildungsteil der FTD, sondern unter "Banken - Finanzmärkte". Vorgestellt wird das Konzept der National-Bank Essen, die eine Filiale komplett von Auszubildenden betreiben lässt. Im Vorfeld hat man die Kunden informiert, die offensichtlich kein Problem damit haben. Der Laden läuft, zur Sicherheit halten sich zwei erfahrene Banker im Hintergrund.

Nun hat man nicht zum ersten Mal davon gelesen, Auszubildenden einen "echten" Geschäftsbetrieb in Eigenverantwortung zu überlassen. Für das Bankgewerbe allerdings ist das sicher neu.

Was ich aber besonders interessant finde: "Alle Aufgaben und Verantwortungsbereiche teilen die Lehrlinge untereinander auf: Wer ist für die Kasse zuständig, wer ruft die Kunden an, wer macht den Schalter?" All das wird so abgestimmt, dass es für jeden passt.

Nanu, denkt da der Leser, das ist doch nicht das wahre Berufsleben, oder? Was wird wohl passieren, wenn sie dann in eine richtige Filiale kommen, wo es einen Chef und eine Hierarchie gibt? Wo von oben festgelegt wird, wer was macht? Die Umstellung stelle ich mir schwierig vor. Es sei denn, bei der National-Bank entscheiden immer die Mitarbeiter, wie die Arbeit untereinander verteilt wird...

Rezension zum Thema:
Ich muss den Laden schaukeln, Financial Times Deutschland 3.2.2010

Kommentare:

Wolfgang Buchner, MAS hat gesagt…

Eine sehr interessante Geschichte. Es stellt sich die Frage, warum das im "wirklichen Leben" nicht so kooperativ abläuft, wo doch die Kunden zufrieden zu sein scheinen.
Danach stellt sich die Frage, worin die unterschiedlichen Gehaltshöhen begründet sind, wenn ohnehin jeder alles kann.
Ich meine, wenn dieses Modell funktioniert, bleiben wenige Steine in der Banken(filialen)welt auf einander.

Johannes hat gesagt…

Hallo Herr Buchner,
ich mache mir keine ernsthaften Sorgen, dass die Bankenwelt in Unordnung gerät. Man wird die jungen Menschen schon rechtzeitig wieder an die rechte Ordnung gewöhnen. :-)